Was kostet eine Social-Media-Agentur? Preise, Modelle und was ihr dafür bekommt
Pauschale, Prozent vom Budget oder Stundensatz? Wie Agenturpreise zustande kommen, welche Kosten gern vergessen werden und woran ihr ein faires Angebot erkennt.
Die ehrliche Antwort auf die Preisfrage ist erst mal unbefriedigend: Es kommt darauf an. Trotzdem muss niemand im Dunkeln tappen. Wer versteht, woraus sich ein Agenturpreis zusammensetzt, kann Angebote vergleichen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und merkt schnell, wo er für Leistung bezahlt und wo für schöne Folien.
Wir schreiben das aus Agentursicht, versuchen aber, so neutral wie möglich zu bleiben. Am Ende haben alle etwas davon, wenn Kundinnen und Kunden genau wissen, was sie einkaufen.
Die vier gängigen Preismodelle
1. Monatliche Pauschale
Das häufigste Modell. Ihr zahlt jeden Monat einen festen Betrag, dafür ist ein klar beschriebener Umfang enthalten – zum Beispiel die Betreuung eurer Meta Ads inklusive Reporting und einer bestimmten Anzahl neuer Anzeigenmotive. Der große Vorteil: Beide Seiten können planen. Der Nachteil: Wenn der Umfang schwammig formuliert ist, weiß nach drei Monaten niemand mehr so genau, was eigentlich drin war.
2. Prozent vom Werbebudget
Hier berechnet die Agentur einen Anteil eures Mediabudgets, im Markt häufig irgendwo zwischen 10 und 20 Prozent, meist mit einer Mindestgebühr. Das ist einfach und wächst mit. Der Haken: Die Agentur verdient mehr, wenn ihr mehr ausgebt – nicht zwingend, wenn ihr mehr verkauft. Bei kleinen Budgets deckt der Prozentsatz den Aufwand kaum, bei sehr großen Budgets wird er schnell unverhältnismäßig.
3. Stunden- oder Tagessätze
Passt gut zu klar abgegrenzten Aufgaben: ein Audit eures Werbekontos, das Einrichten von Tracking, ein Strategie-Workshop. Für die laufende Betreuung ist das Modell eher unpraktisch, denn gute Kampagnensteuerung besteht aus vielen kleinen Eingriffen, die niemand auf die Minute genau abrechnen möchte.
4. Erfolgsbasierte Modelle
Bezahlung pro Lead, pro Termin oder als Umsatzbeteiligung klingt verlockend. In der Praxis funktioniert das nur, wenn beide Seiten die Zahlen sauber messen und die Agentur auf alle Hebel Einfluss hat – also auch auf Landingpage, Angebot und Vertrieb. Deshalb sehen wir oft Mischformen: eine reduzierte Pauschale plus Bonus, wenn gemeinsame Ziele erreicht werden.
| Modell | Passt gut, wenn … | Achtet auf … |
|---|---|---|
| Pauschale | ihr planbare Kosten und einen festen Umfang wollt | einen genau beschriebenen Leistungsumfang |
| Prozent vom Budget | eure Budgets stark schwanken | Mindestgebühren und Anreize zum Mehrausgeben |
| Stundensatz | es um ein klar abgegrenztes Projekt geht | eine Obergrenze für den Aufwand |
| Erfolgsbasiert | Messung und Prozesse sauber stehen | die Definition von „Erfolg“ |
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Egal welches Modell: Hinter jedem Angebot stecken dieselben Bausteine. Wenn ihr sie kennt, versteht ihr auch, warum zwei Angebote für „Social Ads“ um den Faktor drei auseinanderliegen können.
- Strategie und Setup: Zielgruppen, Kampagnenstruktur, Tracking, Werbekonten. Oft als einmalige Gebühr zu Beginn.
- Laufende Steuerung: Budgets verschieben, schwache Anzeigen pausieren, neue Tests anstoßen. Das ist die eigentliche Arbeit – und sie passiert täglich, nicht einmal im Monat.
- Creatives: Ideen, Texte, Grafiken, Videos. Hier liegen die größten Preisunterschiede, weil zwischen einem umgebauten Produktfoto und einem Creator-Video Welten liegen.
- Content und Community: Sollen neben Anzeigen auch organische Beiträge und Kommentare betreut werden, ist das ein eigener Block. Mehr dazu auf unserer Seite zu Social Media Management.
- Reporting und Abstimmung: Regelmäßige Calls, Auswertungen und konkrete Empfehlungen.
Vergesst das Werbebudget nicht
Das Honorar ist nur die eine Hälfte. Das Geld, das an Meta, TikTok, LinkedIn oder Google fließt, kommt obendrauf – und es sollte direkt über euer eigenes Werbekonto laufen. Seid vorsichtig, wenn eine Agentur das Budget über fremde Konten abwickeln will und ihr keinen Einblick bekommt.
Wie viel Werbebudget sinnvoll ist, hängt von euren Zielen und euren Kosten pro Ergebnis ab. Eine einfache Rechnung dafür findet ihr im Artikel Wie viel Budget brauchen Meta Ads wirklich?. Als grobe Orientierung: Wenn das Agenturhonorar dauerhaft höher ist als das Werbebudget, stimmt meistens das Verhältnis nicht.
So vergleicht ihr Angebote
Legt die Angebote nebeneinander und stellt jeder Agentur dieselben sechs Fragen:
- Wer genau arbeitet an unserem Account – und wie viel Erfahrung hat diese Person?
- Wie viele neue Creatives sind pro Monat enthalten?
- Wie oft wird optimiert, und wo sehen wir, was passiert ist?
- Gehören Werbekonten, Pixel und Daten uns?
- Welche Kennzahl ist das Ziel – und wie wird sie gemessen?
- Wie lang ist die Mindestlaufzeit, und was passiert bei einer Kündigung?
Wenn eine Agentur darauf keine klaren Antworten hat, ist der Preis eigentlich schon zweitrangig.
Warnsignale in Angeboten
- Garantierte Reichweite oder Follower: Klingt gut, sagt aber nichts über Umsatz aus.
- Kein Zugriff auf eure Konten: Ihr solltet jederzeit selbst sehen können, was mit eurem Geld passiert.
- Lange Laufzeiten ohne Ausstieg: Zwölf Monate Bindung ohne Testphase sind ein Risiko, das ihr nicht eingehen müsst.
- Reports voller Likes und Impressionen: Nett anzusehen. Entscheidend sind Anfragen, Verkäufe und die Kosten pro Ergebnis.
Fazit
Eine gute Social-Media-Agentur ist keine Ausgabe, sondern eine Investition, die sich an klaren Zahlen messen lassen muss. Schaut deshalb weniger auf den niedrigsten Preis und mehr darauf, was ihr konkret bekommt, wer daran arbeitet und wie offen die Zusammenarbeit ist.
Wenn ihr wissen wollt, was euer Vorhaben realistisch kostet, rechnen wir es im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam durch. Einen Überblick über unsere Leistungen findet ihr unter Social Media Marketing.


